Wildhege & Lebensraumpflege

Die Hege dient der Erhaltung, der Pflege und dem Schutz des einheimischen Wildtierbestands und dessen natürlichen Lebensraumes sowie der Begrenzung der Schäden an Wald und landwirtschaftlichen Kulturen. Der Kanton Schwyz verfügt über eine Hegeorganisation, welche sich hegerischer Belange annimmt.

 

Als Hegemassnahmen gelten insbesondere:

  • Sicherung, Pflege, Gestaltung und Unterhalt natürlicher Lebensräume und Äsungsangebote für Wildtiere, Vögel und Kleinlebewesen

  • Pflege von Waldrändern, Hecken, Freihalteflächen, Brut- und Äsungsgehöl-zen

  • Bewirtschaftung von Brachland, Wiesen, Waldwiesen und Weiden, jeweils im Einverständnis mit den Grundeigentümern;

  • Rehkitzrettung

  • Notzeitmassnahmen

  • Schutzmassnahmen zur Verhinderung von Verkehrsunfällen mit Wildtieren

Fotos und Tätigkeiten finden sich bei den Vereinen oder unter Aktuell.

Hegebericht 2020/21

Der Winter 2019/20 war sehr mild. Es lag vielerorts nur wenig Schnee – in tieferen Lagen gar keiner! Der Sommer 2020 war mehrheitlich schön, aber nicht zu trocken! Für die Wildtiere waren die Witterungsverhältnisse angenehm und die Wildbestände konnten sich gut entwickeln. Hingegen vielen vergangenen Winter (2020/21) ab Mitte Januar reichlich Niederschläge. Es schneite mehrmals bis in tiefe Lagen. Teilweise wurde gar befürchtet, dass eventuell eine Notfütterung in Betracht gezogen werden müsste. Aufgrund der Schneeverhältnisse und der zahlreichen Lawinenniedergänge war mehr Fallwild zu beklagen als andere Jahre.


Die Auflistung der Hegestunden ist nachfolgend dargestellt. Total erbrachten die Jäger und Jagdlehrgänger über 3800 Hegestunden. Für die Biotophege und die Wildschadenverhütung wurden deutlich mehr Stunden aufgewendet, als in vorherigen Jahren. Der Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras für die Kitzrettung wird stetig optimiert und es werden künftig mehr Drohnen angeschafft und zum Einsatz kommen. Unsere gut organisierten und topausgebildeten Schweißhunde-Gespanne wurden während der vergangenen Hoch- und Niederwildjagd 147 Mal aufgeboten. 58% der Nachsuchen waren erfolgreich. Hierzu liegt ein ausführlicher Bericht unserer Fachgruppe Jagdhunde Kanton Schwyz vor.


Der „Jäger-Info-Anlass“ konnte Corona-bedingt nicht durchgeführt werden. Die letzten Jahre ist das „Stangensuchen“ ständig attraktiver geworden. Es entbrennen unter Fanatikern und Jägern richtige Wettkämpfe um den Besitz einer starken Trophäe. Jeder möchte «Erster» sein! Dass dabei die Hirsche und andere Wildtiere gestört werden und – vor allem bei noch vorhandener Schneedecke – unnötig in Stress geraten, flüchten und Energie verbrauchen, scheinen sie zu vergessen oder zumindest in Kauf zu nehmen. Wenn dann gar Hirsche – aufgeschreckt durch Stangensucher – in unwegsame Felsbänder flüchten und zu Tode stürzen, verlieren ich und mit mir viele andere, das Verständnis!


Doch es gibt viele Jäger und Naturschützer, die sich um das Wohl der Wildtiere bemühen! Es ist ihnen wichtig, dass es dem Wild gut geht, dass Verkehrsunfälle mit Wildtieren verhindert und Rehkitze vor dem Mähtod gerettet werden, dass Biotope aufgewertet, Wildruhegebiete gekennzeichnet und die Öffentlichkeit über das Tun und die Notwendigkeit der Jagd aufgeklärt und informiert werden! Allen, die sich bemühen, die Zusammenhänge in der Natur besser verstehen zu können und damit auch unser Dasein als Jäger und überhaupt als Menschen besser verstehen lernen, gilt mein herzliches Dankeschön!


Ich wünsche euch allen Gesundheit, bleibt wachsam und gönnt euch besinnliche und ruhige Stunden in der Natur!

Schwyz, im Mai 2021                                    Kantonaler Hegeobmann Pius Reichlin