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8 Fragen an den Jagdverwalter zum Jagdjahr 2026/2027

  • vor 3 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit
«Die Jagd entwickelt sich laufend weiter»
«Die Jagd entwickelt sich laufend weiter»

Mit dem Jagdjahr 2026/2027 treten verschiedene Anpassungen und Neuerungen in Kraft. Wir haben mit dem Abteilungsleiter Jagd und Wildtiere Rinze Zgraggen über die wichtigsten Änderungen, deren Hintergründe und die Herausforderungen der kommenden Jagdsaison gesprochen.


Rinze, was erwartet die Schwyzer Jägerschaft im Jagdjahr 2026/2027?

Die Hoch- und Niederwildjagd im Kanton Schwyz wird nicht grundsätzlich neu gestaltet. Auch in diesem Jahr gibt es jedoch einzelne Anpassungen in den Jagdvorschriften. So werden beispielsweise Wildschweine neu jagdbar, Kahlwildkarten aus der Novemberjagd können für die Jagd im Folgejahr übernommen werden, und für die Gamsjagd sind in bestimmten Zählkreisen neu bis zu drei Abschüsse pro Jäger zulässig. Grundsätzlich wird darauf geachtet, die Stabilität der Vorschriften zu wahren und diese für die Jägerschaft übersichtlich zu halten. Gleichzeitig sind Anpassungen unvermeidbar. Die Jägerschaft wird deshalb frühzeitig über den sogenannten «Hirtenbrief» informiert.


Welche Änderung sollten die Jägerinnen und Jäger besonders beachten?

Besondere Aufmerksamkeit gilt der Neuregelung im Umgang mit Fotofallen und Hochsitzen. Diese dürfen nur mit Einverständnis der Grundeigentümer eingesetzt werden und sind durch die Jägerinnen und Jäger wetterfest zu kennzeichnen. Jägerinnen und Jäger, die im EJB Silberen–Jägern–Bödmerenwald an den vorgesehenen Jagdtagen teilnehmen, haben sich neu schriftlich bis spätestens 15. August beim Amt anzumelden. Diese Regelung entspricht den Vorgaben des BAFU und wird entsprechend umgesetzt. Zudem entfällt der Schontag in der ersten Jagdwoche der Hochwildjagd. Es bleibt wichtig, dass sich alle Beteiligten eigenverantwortlich mit den geltenden Vorschriften vertraut machen.


Warum werden die Vorschriften überhaupt jedes Jahr angepasst?

Die Anpassungen erfolgen aus verschiedenen Gründen. Teilweise ändern sich bundesrechtliche Vorgaben, teilweise fliessen Anträge aus der Jagdkommission oder Erkenntnisse aus der Praxis und der Wissenschaft ein. Ziel ist es, eine möglichst einfache, verständliche und praxisnahe Jagd im Kanton Schwyz sicherzustellen. Im Kern geht es stets darum, den gesetzlichen Auftrag bestmöglich zu erfüllen.


Welche Herausforderungen siehst du aktuell für die Jagd im Kanton Schwyz?

Die Jägerschaft steht vor vielfältigen Herausforderungen. Dazu gehören gesellschaftliche Erwartungen ebenso wie steigende Anforderungen in den Bereichen Sicherheit, Ausbildung und Kommunikation. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass diese Aufgaben gemeinsam gut bewältigt werden können und zur Weiterentwicklung einer starken und zukunftsfähigen Schwyzer Jagd beitragen.


Gibt es Themen, die dir besonders am Herzen liegen?

Ein zentraler Schwerpunkt ist die jagdliche Ethik, die weiterhin hohe Bedeutung hat. Ebenso wichtig sind ein respektvoller Umgang innerhalb der Jägerschaft sowie gegenüber der nicht jagenden Bevölkerung. Die Jagd wird heute stärker wahrgenommen und kritisch begleitet, weshalb ein verantwortungsvolles, sachliches und transparentes Auftreten von besonderer Bedeutung ist. Ebenso sind Weiterbildung und ein bewusster Umgang mit Wildtieren die zentralen Grundlagen unserer Tätigkeit der Verwaltung und Jägerschaft.


Was wünschst du dir von den Schwyzer Jägerinnen und Jägern für die kommende Saison? Ich wünsche mir eine sichere, weidgerechte und faire Jagd, die auf der konsequenten Einhaltung der geltenden Vorschriften basiert. Ebenso wichtig sind ein respektvolles und kameradschaftliches Miteinander unter den Jägerinnen und Jägern sowie die klare Bereitschaft, Verantwortung für Wildtiere und deren Lebensräume zu übernehmen und diese nachhaltig zu schützen und zu erhalten.


Welche Rolle spielt die Zusammenarbeit zwischen Jagdverwaltung und Jägerschaft?

Sie ist von zentraler Bedeutung. Verwaltung und Jägerschaft sind aufeinander angewiesen. Ein offener Austausch, gegenseitiges Verständnis und eine konstruktive Kommunikation sind dabei entscheidend. Diese Zusammenarbeit weiter zu stärken und auszubauen, ist ein wichtiges gemeinsames Ziel.


Zum Schluss: Deine Botschaft an die Schwyzer Jägerschaft?

Ich danke allen Jägerinnen und Jägern herzlich für ihren Einsatz während des ganzen Jahres. Die Jagd ist unersetzlich für Wildtiere, Wald, Landwirtschaft und der Gesellschaft. Ich wünsche allen eine erfolgreiche, sichere und unfallfreie Jagdsaison 2026/2027 sowie viele eindrückliche und schöne Erlebnisse in der Natur. Im Mittelpunkt soll dabei stets die Freude an der Jagd stehen. Allen ein kräftiges Waidmannsheil.

 

Hinweis: Die vollständigen Bestimmungen und Weisungen für das Jagdjahr 2026/2027 sind

dem offiziellen Hirtenbrief sowie den Veröffentlichungen der Jagdverwaltung zu entnehmen. www.sz.ch/jagd



Interview: SKPJV

Das Interview wurde schriftlich geführt.

 
 
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