Jahresbericht des Präsidenten 2020/21 des Schwyzer Kantonalen Patentjägerverbands

Schon wieder ist ein Jagdjahr vergangen und ich darf meinen fünften Jahresbericht verfassen.


Jagdverlauf

Die Hoch- und Niederwildjagd verlief im vergangenen Jahr, dank der sehr guten Disziplin der Jägerinnen und Jäger, wiederum unfallfrei. Die Abschussziele wurden in allen Wildregionen erreicht.


Jagdlehrgang

Der neue Jagdlehrgang hat unter der Leitung des SKPJV sehr gut gestartet. Die Schiessprüfung konnte am 25.September 2020 erfolgreich durchgeführt werden. Bei der Schiessprüfung sind leider 7 Kandidaten durchgefallen. Corona bedingt mussten wir diverse Kurse verschieben, da die vorgegebenen Schutzkonzepte nicht eingehalten werden konnten. Die Jagdlehrgänger haben sich sehr kooperativ gezeigt und haben auch selber nach Lösungen gesucht um den Jagdlehrgang weiterzuführen. Da die Situation aber weiterhin nicht berechenbar ist, und einige Kurse zwingend die Anwesenheit der Kursteilnehmer verlangten, haben wir uns entschieden, den Jagdlehrgang zu sistieren. Es tut mir für die Jagdlehrgänger leid, aber die Gesundheit für Alle hat Vorrang. Einen besonderen Dank möchte ich Paul Heinzer und Conny Betschart aussprechen, sie koordinieren und leiten den Lehrgang für den SKPJV.


Jagdpatente


Jagdstrecke Rotwild 2020


Die Streckenvorgabe für das Rotwild wurde auf 500 festgesetzt. Die Jagd auf Stiere begann in allen 3 Wildregionen erst dann, wenn 60% des Kahlwildabschusses erfüllt wurden. Dieses Jahr hat die Wildregion Muota als erste die 60 % erreicht und konnte somit als erste den Stier bejagen. Wiederum waren Spiesser bis Lauscherhöhe während der ganzen Jagd jagdbar. Schon zum zweiten Male erfolgte die Jagdplanung in den vier Wildregionen Ausserschwyz, Mitte, Muota und Rigi. Dank der Regionalisierung konnte auf die örtlichen Gegebenheiten besser Rücksicht genommen werden. Aufgrund der konstant hohen Wildschäden musste auch dieses Jahr stark in die Hirschpopulation eingegriffen werden. Vor allem wurde bei den Kühen und Kälbern eingegriffen. Die Jäger haben einen sehr guten Job gemacht und die vorgegebenen Abschüsse in fast allen Regionen erreicht. Einzig in der Wildregion Mitte fand im November eine Nachjagd auf weibliche Hirsche statt.


Aus meiner Sicht ist es den Jägern gelungen das Wachstum der Hirschpopulation zu verlangsamen oder es wurde sogar gebremst. Die Zählungen im Frühling und die Verbissanalysen werden es zeigen. Der Abschuss der weiblichen Hirsche darf aus meiner Sicht nicht mehr nach oben korrigiert werden.


Jagdstrecke Gamswild 2020


Auch dieses Jahr hat gezeigt, dass vor allem auf den Gamsbock gejagt wird. Das Geschlechterverhältnis stimmt in keiner Weise. Es ist an der Zeit, dass ein gutes und langfristiges Bejagungskonzept beim Gamswild eingeführt wird. Ich bin überzeugt, dass mit der Einführung vom neuen Gams-Konzept langfristig der Gamsbestand auf ein gutes Niveau gebracht werden kann. Hier wird es aber bei den Jägern ein Umdenken brauchen. Wir müssen zum Gamsbestand Sorge tragen!!


Jagdstrecke Rehwild 2020


Beim Rehwild hat die Abschussplanung das Ziel, den Bestand zu halten. Dieses Jahr durften ein Rehbock, eine nicht melche Geiss und ein Kitz erlegt werden. Anstelle der Geiss oder des Bockes konnte auch ein Kitz erlegt werden. Der Kugelschuss auf Rehwild wurde dieses Jahr im ganzen Kanton erlaubt, was in der Zeit vor der Jagd für viel Gesprächsstoff sorgte. Die Jagd hat dann gezeigt, dass nur ca. 14% der Rehe mit der Kugel geschossen wurden. Was mich am meisten überraschte war, dass jene Jäger, die am meisten gegen den Kugelschuss argumentierten, auf der Jagd dann mit der kombinierten Waffe angetroffen wurden. Der Abschuss von 1062 Rehen hat gezeigt, dass der Bestand gut ist. Dies ist aber regional sehr verschieden und muss bei der Planung der nächsten Jahre berücksichtigt werden.


Steinbock

Im 2020 wurden 4 Abschüsse ausgelost. Die glücklichen Jäger konnten die Vorgaben erfüllen. Die Strecke setzte sich folgendermassen zusammen: Es wurden 4 Geissen erlegt (13jährig, 11jährig, 7jährig und 5jährig). Bei den Böcken sah es folgendermassen aus (13jährig, 10jährig, 9jährig und 4jährig). Ich gratuliere den erfolgreichen Steinbockjägern zu ihrem erfolgreichen Abschuss und wünsche auch für die Zukunft viel Waidmannsheil.


Nachsuchepikett / Hundewesen

Auch im vergangenen Jahr konnten wir Schwyzer Jäger auf ein gut organisiertes und motiviertes Nachsuchepikett zählen. Die Ausbildung der Nachsuchegespanne wurde forciert. Markus Raschle und Albert Stössel haben sich wiederum mit viel Herzblut eingesetzt und konnten so die Qualität deutlich erhöhen. Diese beiden ein herzliches Dankeschön von meiner Seite. Auch in der Zukunft muss das Nachsuchewesen weiter forciert werden und die Ausbildung weiterhin gut koordiniert und durchgeführt werden. Da der SKPJV die Ausbildung der Junghunde macht, sind wir dem AGJ und dem Wildschweingatter Elgg beigetreten. Unter der Leitung von Cordin Füchslin und Ronny Kälin wurden die ersten Kurse für Junghunde angeboten. Auch wurden schon erfolgreich Prüfungen durchgeführt. Die Kurstermine für dieses Jahr und die Termine der Prüfungen sind auf der Homepage www.schwyzer-jagd.ch ersichtlich. Einen besonderen Dank an dieser Stelle an Toni Föhn, er ist das Verbindungsglied zum SKPJV.


Jäger Infotag

Der Jägerinfotag konnte leider im Frühling 2020 wegen Corona nicht durchgeführt werden. Dieser Infotag, welcher bei den Jägern und vielen Interessierten einen sehr guten Ruf geniesst, wurde aufs nächste Jahr verschoben.


Trophäenschau und Pelzfellmarkt in Einsiedeln

Dieses Jahr hätte der Jagverein Einsiedeln die Trophäenschau durchgeführt. Auch die Trophäenschau und der Pelzfellmarkt ist Corona zum Opfer gefallen. Die nächste Trophäenschau findet im Muotathal statt, vom 3.-5. März 22. Das Muotathal wird für die besten und speziellsten Trophäen der Jagd 2020 einen Platz reservieren. Hierfür jetzt schon ein grosses Dankeschön. Ein weiterer Grund weshalb der Pelzfellmarkt abgesagt werden musst ist, dass die Nachfrage nach Pelzen eingebrochen ist, und kein Händler zurzeit Pelze kauft. Schade, denn es ist wichtig, dass das Raubwild bejagt wird, denn Säuchen und Krankheiten sind im Vormarsch.


Verbandstätigkeit

Der Vorstand hat im vergangenen Jahr nur zweimal getagt. Mit den Präsidenten habe ich mich laufend via E-Mail ausgetauscht. Die Zusammenarbeit mit dem Amt und den Wildhütern war nach der Übernahme des neuen Vorstehers im letzten Jahr sehr gut. Die Zusammenarbeit mit dem neuen Regierungsrat Sandro Patierno hat gut gestartet. Bei ihm geht es wieder um die Sache und nicht um persönliche Anliegen. Folgende Punkte sind in Bearbeitung oder bereits abgeschlossen:

  • Konzept Drohne Kanton Schwyz: Der Jagdverein Einsiedeln, Pionier der Rehkitzrettung im Kanton Schwyz, hat auch im letzten Frühling sehr erfolgreich mit der Drohne Rehkitze gesucht und gerettet. Der Jagdverein March hatte das letzte Jahr erstmals mit Drohnen Rehkitze gesucht. Dies Dank viel Herzblut der Präsidentin Irene Mächler. Auch der Jagdverein Hubertus wird im 2021 das erste Mal mit der Drohne Rehkitze suchen. Vielen Dank ins Thal.

  • Im 2021 sollten wieder 5 zusätzliche Drohnen angeschafft werden. Der Antrag an den Kanton ist gestellt. Ich hoffe auf ein positives Feedback

  • Weiterführung des Jagdlehrganges

  • Internetseiten www.schwyzer-jagd und www.jagdpassion.ch unterhalten und noch bekannter machen

  • Öffentlichkeitsarbeit Konzept Kanton Schwyz weiterentwickeln

  • Ausbildung Junghunde und Schweisshundeausbildung forcieren und professionalisieren

  • 100 Jahre SKPJV Jubiläumsanlass planen für 2022

  • Statutenrevision

  • und vieles mehr…


Öffentlichkeitsarbeit

Auch im 2020 war die Öffentlichkeitsarbeit ein sehr wichtiges Thema. Unsere Internetseite www.schwyzer-jagd.ch ist auf einem guten Stand. Schaut rein und gebt mir Feedback.


Schlusswort

Auch das vergangene Jahr war spannend und intensiv und fordernd. Wir als Verband versuchen die Interessen der Jägerinnen und Jäger zu vertreten. Die Jagdkommission hatte vom Kanton einen Auftrag, der zu erfüllen ist. Da haben wir keinen sehr grossen Handlungsspielraum. Ich kann Euch aber versichern, dass Adi Kälin und ich versuchen, die Interessen in der Kommission, von allen Jägern, so gut wie möglich einzubringen. Ich denke, es ist das Wichtigste, dass wir Jäger und Jägerinnen uns gegenüber der nichtjagenden Bevölkerung von der besten Seite zeigen. Wir müssen aktiv Öffentlichkeitsarbeit betreiben. Auch die Aus- und Weiterbildung ist bei uns Jägern ein Thema. Besucht die Infoveranstaltungen, macht aktiv mit. Wir vom Verband brauchen Jeden.


Ich wünsche Allen ein erfolgreiches Jagdjahr2021 mit viel Anblick und Waidmannsheil


Sepp Waldvogel, Präsident SKPJV, Brunnen im Februar 2021

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