Winterliches Stangensuchen kann lebensgefährlich für Wildtiere sein

Wenn die Rothirsche im Winter ihre Geweihe abwerfen, machen sich Stangensucherinnen und -sucher auf die Suche nach diesen Trophäen. Gerade in dieser Zeit sind die Tiere in ihren Winterlebensräumen aber auf Ruhe angewiesen. Der Schwyzer Patentjägerverband SKPJV warnt vor den Folgen.



Jedes Jahr ab Februar werfen Rothirsche in unseren Wäldern ihren Hauptschmuck ab, um ein neues Geweih zu bilden. Die in der Jägersprache genannten Abwurfstangen werden immer beliebter. Sei dies bei Jägerinnen und Jäger, aber auch bei der nicht jagenden Bevölkerung. Beim Schwyzer Patentjägerverband SKPJV macht man sich Sorgen. Laut Sepp Waldvogel, Präsident SKPJV, suchen Menschen zunehmend Erholung im Wald. Dies auch im Winter. «Das Stangensuchen ausserhalb der markierten Wanderwege bietet sich als ideale Freizeitbeschäftigung an. Viele Menschen sind sich über die Auswirkungen für das Wild zu wenig bewusst. Denn in der schneereichen und kalten Jahreszeit ist Ruhe und Ungestörtheit für

Gams, Hirsch oder Reh, aber auch für Auer- und Schneehuhn lebenswichtig. Bei starker Störung ergreifen sie die Flucht. Dies verbraucht viel Energie, und es steht zudem weniger Zeit für die Nahrungsaufnahme zur Verfügung. Die Energiebilanz der Tiere wird negativ beeinflusst. Stress und schlechte körperliche Verfassung können einen geringeren Fortpflanzungserfolg, Krankheit oder gar den Tod durch Erschöpfung nach sich ziehen. Unmittelbare Folgen sind zum Beispiel beim abnehmenden hiesigen Gamsbestand oder bei den kleineren Körpergrössen einiger Tierarten zu erkennen. Für Waldvogel gehört der Respekt vor den Tieren zu einem guten Umgang mit unserer Natur. «Ich habe Verständnis dafür, dass man auch mal an die Luft muss. Aber bitte mit der nötigen Umsicht, auch gegenüber den Tieren. Auf das Stangensuchen sollte man besser verzichten.»

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